IKARUS

 

Innovative Katarakt-, Altersweitsichtigkeits- und Retinabehandlung mittels UltraSchnellem Laser

IKARUS: Behandeltes Schweineauge mittels Ultrakurzpuls-Laser. Deutlich sind die Mikrobläschen in der Linse zu erkennen, aus denen sich später die Gleitebenen bilden, die die Linse wieder flexibler und damit akkommodationsfähig machen. (Quelle: Rowiak/LZH)

Im Alter den Durchblick behalten –
wie der Laser der Lesebrille Konkurrenz macht

Jeder Mensch ab ca. 45–50 Jah­ren wird alters­weit­sich­tig. Die Alters­weit­si­chitg­keit ist damit der häu­figste Seh­feh­ler und gewinnt durch unsere alternde Bevöl­ke­rung stän­dig an gesell­schaft­li­cher und wirt­schaft­li­cher Bedeu­tung. Nach wei­te­ren 20–30 Lebens­jah­ren wird sich in der Augen­linse eine Trü­bung — der Graue Star oder Kata­rakt – ent­wi­ckeln, die das Seh­ver­mö­gen stark beein­träch­tigt. Die Kata­rakt­chir­ur­gie ist die am häu­figs­ten durch­ge­führte Ope­ra­tion in der gesam­ten Medi­zin (640.000 pro Jahr allein in Deutsch­land, 15,6 Mio. pro Jahr welt­weit). Mit­tels Ultra­kurz­puls­la­ser könnte eine Behand­lung der Alters­weit­sich­tig­keit erst­ma­lig ermög­licht und mit einer sehr viel scho­nen­de­ren und zuver­läs­si­ge­ren Behand­lung des Grauen Stars kom­bi­niert wer­den. Zusätz­lich könnte durch die hier ver­folg­ten Ziele bei ca 11 % der Dia­be­ti­ker allein in Deutsch­land, d.h. bei bis zu 7,4 Mil­lio­nen Men­schen — Ten­denz stei­gend — ein ein­fa­cher laser­chir­ur­gi­scher Ein­griff eine wirk­same The­ra­pie zur Bekämp­fung der infolge von Dia­be­tes auf­tre­ten­den Blind­heit dar­stel­len. Die Ursa­chen sind die im Alter gebil­de­ten Mem­bra­nen und Bin­de­ge­webs­stränge im hin­te­ren Augen­ab­schnitt, die für eine zug­be­dingte Netz­haut­ab­lö­sung ver­ant­wort­lich sind. Der hier ver­folgte Ansatz zur Laser­be­hand­lung im gesam­ten Augen­vo­lu­men ein­schließ­lich der Netz­haut ver­spricht, die­sen schwer­wie­gen­den Fol­gen von Dia­be­tes ent­ge­gen­zu­wir­ken.

Ultrakurze Laserpulse als Universalinstrument
für die Augenheilkunde

Der Ver­bund IKARUS wird ein Ultra­kurz­puls-Laser­skal­pell rea­li­sie­ren, wel­ches mit­tels hoch­prä­zi­ser, mini­mal­in­va­si­ver Laser­schnitte mikro­sko­pi­sche Gleit­ebe­nen in die Augen­linse hin­ein­schreibt und sie somit fle­xi­bler macht, um die Akkom­mo­da­ti­ons­fä­hig­keit des Auges mit bis zu 3 Diop­trien wie­der­her­zu­stel­len. Das Sys­tem wird für den Chir­ur­gen per ein­fa­cher Schnitt­stelle steu­er­bar sein und eine Online-The­ra­pie-Kon­trolle mit­tels OCT (Opti­sche Kohä­renz-Tomo­gra­phie) Bild­ge­bung ermög­li­chen. Hier­bei ist ein beson­de­rer Vor­teil, dass Strahl­füh­rung und Bild­ge­bung mit dem­sel­ben opti­schen Sys­tem dar­ge­stellt wer­den kön­nen, ohne Qua­li­täts- und Sicher­heits­ein­bu­ßen hin­neh­men zu müs­sen. Ver­zer­run­gen der Laser­pulse, sog. Aberra­tio­nen, her­vor­ge­ru­fen durch die Augen­linse und ins­be­son­dere durch den Glas­kör­per, ver­hin­dern nor­ma­ler­weise eine sau­bere Fokus­sie­rung des Laser­strahls am Augen­hin­ter­grund. Durch Inte­gra­tion einer anpass­ba­ren Optik kön­nen die Aberra­tio­nen kom­pen­siert und somit auch sen­si­ble Struk­tu­ren im hin­te­ren Augen­seg­ment (Netz­haut) mit hoher Prä­zi­sion bear­bei­tet wer­den. Eine kon­ser­va­tive Schät­zung der Markt­durch­drin­gung geht von 10 % aller Behand­lungs­mög­lich­kei­ten der Alters­weit­sich­tig­keit durch das geplante Laser­sys­tem aus. Durch den wach­sen­den Anteil älte­rer Men­schen in Deutsch­land wird der Anteil der Augen­er­kran­kun­gen, ins­be­son­dere der Alters­weit­sich­tig­keit, wei­ter anstei­gen. Dies lässt für die Zukunft eine stark wach­sende Nach­frage nach inno­va­ti­ven Lösun­gen zur Behe­bung die­ser Seh­schwä­che erwar­ten. Der Ansatz von IKARUS ermög­licht es Her­stel­lern medi­zi­ni­scher Laser­sys­teme in Deutsch­land, einen wich­ti­gen Wett­be­werbs­vor­teil gegen­über der inter­na­tio­na­len Kon­kur­renz zu erzie­len und somit ihre inter­na­tio­nal her­aus­ra­gende Posi­tion zu sichern und wei­ter aus­zu­bauen.

Koordinator

Prof. Dr. Holger Lubatschowski

ROWIAK GmbH
Garbsener Landstr. 10
30419 Hannover
Tel.: 0511 2788 2950
E-Mail: H.Lubatschowski@Rowiak.de

Projektvolumen

3,3 Mio. €
(ca. 61% Förderanteil durch das BMBF)

Projektlaufzeit

1.10.2011 — 31.3.2015

Projektpartner

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Teil des Photonik Forschung Deutschland-Programms